Vater

In mir tauchte gerade die Frage auf: Hat mich mein Vater eigentlich jemals gelobt?

Wenn er das getan hätte, dann müsste ich mich eigentlich daran erinnern, oder? Ich weiß, er war immer sehr vorsichtig, wohl auch besorgt. Um seine Kinder und Kinder im allgemeinen. Übervorsichtig, und bestimmt auch Ängste schürend. Das will ich ihm gar nicht zum Vorwurf machen, schließlich kann keiner aus seiner Haut. Ich weiß, dass er eine sehr große Liebe zu Tieren hatte, oft schon eine regelrechte Vernarrtheit. Und das habe ich immer bewundert und wohl auch irgendwie übernommen. Ich weiß, dass er selbst sehr gründlich war bei seiner Arbeit, im sozialen und gesellschaftlichen Bereich. Dies verlangte er wahrscheinlich auch von anderen. Habe ich Dinge getan, die ihm besonders gut gefallen haben? Die mich heraushoben aus der Masse?

Ich erinnere mich, dass er immer schon eine Vorliebe für hübsche Mädchen hatte (gut, welcher Mann hat die nicht…), mir war auch klar dass ich selber seinem „Schönheitsideal“ nicht entsprach, nicht in sein Muster passte. Das habe ich immer akzeptiert. Hat es mich verletzt? Tief drinnen sicher. Aber so tief, dass ich es damals nicht merkte. Ich habe es als Vorteil angesehen, nicht eingebildet zu sein. Zu wissen, wie ich aussehe, dass ich nicht die Schönste der Welt bin. Heute sage ich: Ein Vater sollte seiner Tochter vermitteln, dass sie für ihn die Schönste, Tollste und Wertvollste ist.

Als ich bemerkte, dass sich die Männerwelt sehr wohl für mich interessierte, da war ich teilweise sehr erstaunt. (Glück gehabt, dass ich in dieser Zeit nicht „an den Falschen geraten“bin.)

Ich erinnere mich, dass ich mich als Kind sehr oft ungeliebt fühlte. Dass ich mich in meinem Zimmer „verkroch“, bittere Tränen weinte und der Gedanke „niemand, wirklich niemand hat mich gern“ sehr oft Besitz von mir ergriffen hatte.

Vielleicht habe ich die eine oder andere „Liebesbezeugung“ einfach nur vergessen, vielleicht gab es sie. Das andere – das ist aber noch da.

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Herrlich, diese Ruhe…

… niemand im Haus, außer mir. Und endlich kann ich diese Situation wieder genießen, kann aus der Ruhe neue Kraft schöpfen, kann es ganz bewusst zulassen, den Gedanken, ganz alleine im Moment. Keine was-wenn-Gedanken, kein Schielen auf die Uhr, kein Stunden-rechnen, wann sie denn wieder zurückkommen werden.

Das werden sie, wenn es die Zeit dafür ist.

Ich muss mir keinen Kopf machen, was-wäre-wenn, noch mehr, es ist sogar BESSER (für mich), dies nicht zu tun.

Ich werde lesen (Lucinda Bassett, immer noch, ich lese das Buch sehr „gründlich“, es fesselt mich immer noch, ich nicke oft zu all den Dingen die da stehen…), ich werde meinem Hobby nachgehen und später freue ich mich auf eine Fernsehsendung. Und die Couch.

Und morgen ist ein neuer Tag und ich stelle mich dem, was kommt. Ausgeruht.

Aufgefallen ist mir heute noch: es ist nicht Angst, ohnmächtig zu werden, die mich quält. Es ist die Angst vor dem Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden. Dabei weiß ich noch nicht mal, WIE man sich da fühlt, denn ich war noch niemals in dieser Situation.

Ein einziges Mal war ich bewusstlos nach einem Autounfall, davon weiß ich aber nur noch, wie ich wieder zu mir gekommen bin, und nicht wie ich das Bewusstsein verlor. Vor einem Gefühl Angst zu haben ist doch wirklich ein riesengroßer Irrsinn. Finde ich.

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etwas zum Thema Mitmenschen:

Früher, als ich noch „normal“ war, also so wie jeder andere am gesellschaftlichen Leben teilnahm, da hatte ich eine große Menge an Bekannten, Freunden. Und einige gute Freunde.

Erst in diesem Jahr habe ich mich allgemein „geoutet“. Ich mache kein Geheimnis mehr aus der Tatsache, dass ich Probleme mit Ängsten habe. Natürlich können dies nur ganz wenige Menschen nachvollziehen, aber ich finde, auch dieser Schritt gehört zum Weg raus aus den Ängsten.

Dennoch ist es so, dass sich seit meinem *Outing* viele Menschen aus meinem Umkreis zurückgezogen haben. Ich habe immer öfter das Gefühl, ihnen „nachzulaufen“. Und natürlich WILL ich das nicht!!

Daher werde ich es auch künftig unterlassen. Nicht, weil ich auf meine Freunde pfeifen könnte. Sondern weil sich genau jetzt zeigt, wer wirklich ein Freund ist und wen ich bislang nur dafür gehalten habe.

Und es bleibt ja die Hoffnung auf neue Bekanntschaften.

Werde ja wieder *raus* können.

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Panik in der Nacht

Eigentlich war es schon früher Morgen, so gegen halb sechs. Hatte nicht besonders gut geschlafen, war mindestens zweimal auf und im Bad. Dann so eine Nacht-Aufschreck-Panik (schon öfters erlebt, daher nicht mehr unbekannt): Oh! Mein Herz hat aufgehört zu schlagen!! Natürlich Unsinn, mit Abstand betrachtet… wenn es nicht mehr schlagen würde, würde ich wohl nicht wach?? Das Herz also anstatt rasend eher ruhig, der Puls nicht gut zu tuasten.

Das ist es ja schon wieder… hör auf Deinen Puls zu tasten!! Ich setze mich auf, führe ein „freundliches Selbstgespräch“ mit mir.

Das ist neu, das tut mir sehr gut. Dein Herz schlägt noch. Es ist nur eine Panikattacke. Du wirst nicht sterben und du wirst nicht bewusstlos. Ich atme an der offenen Tür, aber langsam….

Ich gehe etwas hin und her. Ich beginne, an meinen Haaren zu rupfen und zu reißen. Daran kann ich ganz eindeutig erkennen: die Panik will das Kommando übernehmen. Ich rufe mich zur Ordnung: Es gibt keinen Grund sich reinzusteigern und du musst nicht an den Haaren reißen. Die Panik wird vorübergehen, je ruhiger du bleibst, umso schneller.

Trotzdem nutze ich die Tatsache, dass ich gerade nicht allein bin, obwohl ich weiß, ich könnte es auch alleine durchstehen. Aber wenn schon jemand da ist, das ist ja schön.

Ich gehe LANGSAM hinauf, öffne das Fenster weit. Atme, lege mich dann leise ins Bett. Ich muss NICHT meinen Mann wachrütteln. Ich muss nicht verzweifelt heulen.

Ich entspanne mich so gut es geht und denke an was schönes. „Beruhig dich“ kommt es leise aus dem Bett neben mir. Hat es also doch mitbekommen… ich fühle mich behütet und gut aufgehoben. Ich beruhige mich. Ich kann wieder einschlafen.

Am Morgen geht es mir recht gut. Ich bin gefordert und ich lasse mich fordern, ich kämpfe nicht dagegen an und lasse es zu. Wachse an den Aufgaben und bin stolz, es gut und stark zu schaffen. Die Erinnerung an den Nachtschreck versetzt mich ins Zittern. Aber das soll mich nicht weiter beunruhigen.

Ich bin etwas irritiert, lerne ich doch zur Zeit, dass meine Ängste und Panikattacken von meiner Art zu denken ausgelöst werden. Habe ich demnach in der Nacht auch gedacht?? Zum Glück sind diese nächtlichen Ausrutscher eher selten. Aber natürlich lassen sie eine gewisse Müdigkeit in mir zurück.

Positives gibt es auch, und das zeigt, dass meine Erfolgskurve durchaus normal ist, mit Höhen und Tiefen. Gestern wollte einige Male Angst in mir aufsteigen und sehr sehr oft habe ich sie einfach „weggedacht“. Gar nicht erst so hoch kommen lassen, und zwar mit dem Erfolg, dass ich mich nach dem „Anflug“ innerhalb kürzester Zeit wieder richtig PRIMA fühlte. Was ja bei mir in der letzten Zeit eher eine Seltenheit war. Abends war ich mit draußen, mit den Kindern und Mann auf einer großen freien Wiese. Ich bin alleine ins Auto gestiegen und ein Stückchen gefahren. Und den Heimweg brachten wir sogar mit MIR am Steuer hinter uns. Dass das alles Kraft kostet ist ja klar. Und eventuell hat mein kleines sonderbar denkendes Hirn diese Dinge nachts einfach nur verarbeitet.

Ich fühle mich nicht mehr so alleine und verlassen wie früher. Dank Lucinda Basset und ihrem Buch. Ich werde weiter darin lesen und weiter anmir arbeiten.

Ich hoffe, dieses Blog wird eine Dokumentation, wie ich mich von meinen Ängsten und der Panik lösen konnte!!

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Positives zu berichten

… gibt es vom Wochenende. Am Samstag hatte ich keine (!!) Anzeichen von Panik. (!!!)

Und das, obwohl ich ziemlich gefordert war und viele viele Menschen um mich waren. Ich hatte sowohl körperlich als auch geistig eine ganze Menge zu leisten. Und es hat wunderbar geklappt!!

Ich lese im Moment das Buch „Angstfrei leben – Das erfolgreiche Selbsthilfeprogramm gegen Streß und Panik“ von Lucinda Bassett.

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass mein momentanes Wohlbefinden ganz stark mit dem Inhalt dieses Buches zusammenhängt.

Auch am gestrigen Sonntag ging es mir sehr gut, ich konnte einiges im Haushalt erledigen, wozu ich mich sonst niemals aufraffen kann und es war ein sehr schöner Tag in und mit meiner Familie.

Ich schöpfe neue Hoffnung, ich lache wieder, ich kann mich wieder (freier) bewegen. Ich bin zuversichtlich, dass die Zukunft durchaus MIT mir stattfinden kann. (auch, wenn es bestimmt mal wieder Tiefschläge geben wird. Dann eben grade erst recht!!)

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Man soll ein Mensch sein, soll sich dem Leben nicht „entziehen“, sondern es mitmachen in allem, was es mit sich bringt.

                                   (Thomas Mann)

Das möchte ich erreichen.

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und heute?

Wenn man am Abend darüber nachdenkt, ob man im Laufe des Tages eigentlich eine Panikattacke hatte und sich nicht sofort und eindeutig daran erinnern kann, ist dies meines Erachtens schon mal ein gutes Zeichen. Es waren gewisse Anflüge zu spüren, ich war als Beifahrer im Auto unterwegs, da kriselte es etwas in mir.

Aber nicht so schlimm, dass ich sagen müsste, es war sehr schlimm für mich. Mehr ein Gefühl des Unwohlseins.

Vielleicht liegt es an dem Buch, dass ich in einem „Rutsch“ durchgelesen habe? Es hat mich schon ziemlich bewegt. Sehr sehr oft schüttelte ich den Kopf,   erkannte mich wieder.

Manchmal nickte ich schmunzelnd, weil gewisse Stellen derart authentisch und mir bekannt waren. Und einige Male überlegte ich sogar, ob ich mir denn ganz sicher sein kann, dass dieses Buch nicht von mir geschrieben wurde… ?

Es hatte auch ein gutes Ende, das Buch. Das hatte ich mir auch die ganze Zeit erhofft und es hat mich auch beruhigt. Alles wird gut…

Vielleicht auch bei mir.

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Schweinehund??

Meine Zeit ist jetzt. Jetzt lebe ich, und jetzt bin ich noch halbwegs jung. Ich muss endlich aufhören, auf irgendwas zu „warten“. Erst habe ich gewartet, bis die Kinder etwas größer sind. Jetzt ist es soweit, aber das Warten wurde zur Gewohnheit. Mann…. beweg Dich doch mal!!!

Übrigens habe ich mir dieses Buch gekauft:

Tomaten à la rabbiatta:

 Als ich noch Panikattacken, Zwänge und Depressionen hatte

Nun bin ich gespannt… gereizt hat mich das Wörtchen „hatte“. Vielleicht lässt es mich Hoffnung schöpfen – ja gibt es denn ein Leben NACH diesen Zuständen???

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nicht lustig

Manchmal kann ich einfach nicht mehr lachen. Ich. War früher mal anders.

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Erkenntnis

Okay. Ich vergesse jetzt einfach mal für eine ganze Zeit diese Sache mit den „Freunden“ und „Bekannten“ und Familien“angehörigen“.

Die sind alle viel weiter weg, als ich immer angenommen habe. Von Verständnis will ich gar nicht erst mal reden. Und: Es kostet mich viel zu viel Kraft, diese „Beziehungen“, „Verbindungen“ oder „Kontakte“ aufrecht zu erhalten. Denn: Es ist und bleibt einseitig.

Also leg ich diesen Klotz am Bein mal für einige Wochen auf Eis…

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